Journal 01-11 · Wendepunkte & Richtung

Welche Version deines Lebens verteidigst du gerade?

Was geschieht, wenn das bisherige Leben noch funktioniert – aber nicht mehr stimmt?

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Welche Version deines Lebens verteidigst du gerade?

Ein EDELHELL-Audio · gesprochen mit einer digitalen Sprecherstimme.

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Lesetext

Zum Hören. Und zum Nachlesen.

Menschen verteidigen vieles.

Entscheidungen.

Beziehungen.

Berufe.

Überzeugungen.

Lebensstile.

Manchmal verteidigen wir etwas vor anderen.

Manchmal vor uns selbst.

Ein Satz fällt dann besonders häufig:

Ich habe mir das schließlich aufgebaut.

Darin steckt Stolz.

Arbeit.

Zeit.

Vielleicht Entbehrung.

Vielleicht Mut.

Vielleicht zwanzig Jahre Geschichte.

Natürlich hat das Gewicht.

Doch irgendwann lohnt sich eine ungewöhnliche Frage:

Was genau verteidige ich hier?

Mein heutiges Leben?

Oder die Version meines Lebens, für die ich einmal gekämpft habe?

Diese beiden Dinge können sich voneinander entfernen.

Vielleicht wolltest du einmal unbedingt unabhängig sein.

Heute bindet dich genau das Unternehmen, das dir diese Unabhängigkeit gebracht hat.

Vielleicht wolltest du Sicherheit.

Heute wird dieselbe Sicherheit eng.

Vielleicht wolltest du Anerkennung.

Heute besitzt du sie - und bemerkst, wie wenig sie manche deiner Fragen beantwortet.

Vielleicht wolltest du Verantwortung.

Heute möchtest du wieder mehr Zeit.

Der frühere Wunsch war echt.

Der heutige Wunsch ist es ebenfalls.

Ein innerer Konflikt entsteht, wenn du glaubst, nur einer davon dürfe recht haben.

Doch ein Leben entwickelt sich.

Ein Ziel kann erfüllt sein.

Eine Aufgabe kann abgeschlossen sein.

Eine Identität kann ihren Dienst getan haben.

Dann stellt sich weniger die Frage, ob du sie verrätst.

Die Frage lautet:

Was davon gehört weiterhin zu dir?

Und was gehört vor allem zu deiner Geschichte?

Stell dir vor, du müsstest niemandem erklären, warum du etwas veränderst.

Keine Familie.

Keine Kolleginnen.

Keine Freunde.

Keine Menschen, die deine frühere Entscheidung bewundert haben.

Was würdest du dann anders betrachten?

Welche Entscheidung wäre leichter?

Und welche bliebe trotzdem schwer?

Dann stell dir die Gegenfrage:

Welche Version deines Lebens möchtest du in fünf Jahren verteidigen können?

Eine, die konsequent wirkte?

Eine, die sicher war?

Eine, die erfolgreich aussah?

Oder eine, deren Gründe du selbst verstehst?

Vielleicht ist das der Kern von Autorenschaft.

Du behandelst dein Leben weder als Denkmal noch als Beweisstück.

Du behandelst es als etwas Lebendiges.

Etwas, das Geschichte hat.

Und Zukunft.

Welche Version verteidigst du gerade?

Und dient diese Verteidigung noch deinem heutigen Leben?

Vielleicht verdient deine Vergangenheit Respekt.

Und deine Gegenwart eine eigene Entscheidung.

Eine Frage zum Weiterdenken
Du behandelst dein Leben weder als Denkmal noch als Beweisstück. Du behandelst es als etwas Lebendiges. Etwas, das Geschichte hat. Und Zukunft. Welche Version verteidigst du gerade?
Persönliche Arbeit

Manche Fragen verdienen ein Gegenüber.

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